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    Reportage · UNDP Moldau

    Trauben – eine „Mission Possible“

    Die Arbeit mit dem Land und die Kraft der Innovation

    Text & Fotos: UNDP Moldau Costești, Moldova12 Min. Lesezeit

    „Ich hätte nie gedacht, dass es einmal so schön werden könnte.“

    Bei Vlad Vedrașco „reifte“ der Entschluss, eine sichere, gut bezahlte Stelle in den Vereinigten Staaten – für viele ein Traum – aufzugeben und nach Hause zurückzukehren, mit der Zeit. Nach sieben Jahren im Ausland wurde seine Verbundenheit mit der Familie, dem Land und den Erinnerungen an seine Kindheit allmählich stärker. Er begann, Moldova nicht mehr mit den Augen des frustrierten Jugendlichen zu sehen, der davon geträumt hatte, fortzugehen. Stattdessen blickte er nun als Erwachsener auf seine Heimat, dem eine tiefe Verbindung zu dem Land fehlte, in dem er lebte, und der sich zunehmend auf den Wert seiner Herkunft besann.

    Bei der Rückkehr ging es nicht nur darum, wieder zu seinen Wurzeln zu finden. Es ging auch darum, wirtschaftliche Möglichkeiten zu entdecken, die aus seiner Sicht noch weitgehend ungenutzt waren. Er entschied sich, seine Energie in den Anbau von Tafeltrauben zu investieren und dabei auf dem bestehenden Betrieb und den Rebflächen seiner Familie aufzubauen.

    „Ich hätte mich für jedes andere Geschäft entscheiden können, denn mein Ziel war klar: einen Bereich zu finden, in dem ich etwas bewegen konnte, und mich so intensiv damit zu beschäftigen, bis wir die Besten in Moldova und ein Vorbild für andere wären.“

    Der erste Mythos, dem er begegnete, lautete, moldauische Tafeltrauben eigneten sich eher für die Märkte im Osten und hätten in Europa kaum eine Chance. Obwohl diese Ansicht seit Jahren unter den örtlichen Erzeugern kursierte, beschloss Vlad, seine Trauben auf dem Großmarkt in Warschau anzubieten. Dort kamen sie bei den Verbrauchern gut an.

    „Es war ein Mythos, den Menschen geschaffen hatten, die Angst vor einem Richtungswechsel hatten.“

    Die Scheu vor Neuem und die fehlende Überprüfung der Wirtschaftlichkeit von Anbauflächen hätten in Moldovas Landwirtschaft schon oft zum Scheitern von Betrieben geführt, meint Vlad: „Die Märkte verändern sich, die Verbraucher verändern sich, und die Erzeuger müssen diese Veränderungen erkennen und sich darauf einstellen können. Genau hier beginnt der Unterschied zwischen dem Besitz einer Anbaufläche und dem Aufbau eines Unternehmens.“

    Deshalb rät er Landwirten, nicht vorschnell große Summen zu investieren oder weitläufige Flächen zu bepflanzen. Stattdessen empfiehlt er, mit einer kleinen, sorgfältig geplanten Pilotanlage zu beginnen: ausgestattet mit Bewässerungs- und Schutzsystemen, bepflanzt mit geeigneten Sorten und auf Grundlage einer klaren Einschätzung der Risiken angelegt. Sobald sich das Modell bewährt und die Zahlen stimmen, kann der Betrieb weiter wachsen.

    „Wenn man einen Tropfen auf sechs Stellen verteilt, sieht man nirgends wirklich etwas. Auch ich hatte früher diesen Drang, viel zu machen und alles schnell. Aber das hat nicht funktioniert. Wer alles versucht, macht am Ende nichts wirklich gut. Es ist besser, eine Sache zu machen, die aber außerordentlich gut. Die Menschen müssen wissen, dass du die besten Pflaumen, Trauben oder Himbeeren anbaust – und zwar verlässlich. Nicht letztes Jahr die besten und dieses Jahr die schlechtesten.“

    Diese Lektion hätte Vlad gern schon zu Beginn gelernt.

    „Hätte mir damals jemand diesen Rat gegeben, hätte ich ihm die Hand geschüttelt und von Herzen gedankt.“

    Als er in das Familienunternehmen Frudova einstieg, besaß die Familie bereits viele Grundstücke im Dorf Costești im Bezirk Ialoveni. Doch einige Rebflächen waren unwirtschaftlich und wurden nur deshalb weiter bewirtschaftet, weil „es eben gemacht werden muss“. Mit der Zeit begriff er, dass Arbeit allein kein Maßstab für Erfolg ist: Man kann von morgens bis abends arbeiten und es trotzdem nicht schaffen, einen rentablen Betrieb aufzubauen.

    „Wir haben einfach nur gearbeitet. In der Landwirtschaft steht man morgens auf und fängt an zu arbeiten. Und das ist ein Fehler.“

    Die Landwirtschaft braucht aus seiner Sicht tragfähige Modelle. Die Erzeuger müssen sehen können, was funktioniert, verstehen, warum es funktioniert, und diese Lösungen anschließend an ihren eigenen Betrieb anpassen.

    „Erfolge über Nacht brauchen 15 Jahre“

    Für die Familie Vedrașco war die Suche nach dem, was funktioniert, ein Weg von rund 15 Jahren. Die ersten sieben gingen die Eltern allein, die folgenden gemeinsam mit ihren Kindern und sogar den Enkelkindern.

    Nachdem Vlad und sein Bruder Veaceslav aus den Vereinigten Staaten zurückgekehrt waren, verwandelte die Familie ihre traditionellen Rebflächen innerhalb von etwa acht Jahren in Intensivanlagen mit moderner Technik, Sensoren und Überwachungssystemen. Zuvor hatten die Flächen weder Bewässerungs- noch Schutzsysteme und waren den Folgen des Klimawandels zunehmend schutzlos ausgesetzt.

    Dieser Wandel gelang nicht über Nacht. Er war das Ergebnis jahrelangen Experimentierens, harter Arbeit und vor allem des Vertrauens und des Zusammenhalts, die in der Familie durch Erfolge ebenso wie durch schwierige Zeiten gewachsen waren.

    Jedes Familienmitglied hat bei dieser gemeinsamen Aufgabe seine eigene Rolle gefunden. Vlads Vater ist oft schon um vier Uhr morgens in den Rebanlagen, besonders während der Vegetationsperiode. Sein Bruder Veaceslav kümmert sich um Produktion, Lagerung und Mechanisierung, während die Mutter Maria den Betrieb leitet. Vlad richtet den Blick nach vorn: Wo sollen die Trauben verkauft werden? Welche Partner und Märkte kommen infrage? Welche Sorten gilt es zu entwickeln, und welche Technologien könnten das Unternehmen voranbringen?

    „Ich habe versucht zu verstehen, was jeder gut kann, und allen die Möglichkeit zu geben, sich dort einzubringen, wo ihre Stärken liegen und ihnen die Dinge leicht von der Hand gehen. Das Zusammenspiel unserer Leidenschaften treibt das Unternehmen an. Ich bin derjenige, der träumt und abhebt, während die Menschen um mich herum mich auf dem Boden halten und den schwierigsten Teil übernehmen: die Umsetzung. Denn Träumen ist gut, eine Vision zu haben ist gut, aber die Umsetzung macht 99 Prozent jedes Unternehmens aus.“

    Während der Ernte verschwimmen diese Zuständigkeiten allerdings, und alle packen mit an. Einer trägt die Kisten, jemand anderes arbeitet im Lager, ein weiterer überwacht die Temperaturen, während wieder jemand mit den Partnern kommuniziert, die auf die Lieferung warten. Selbst die Kinder helfen mit, obwohl sie wie die meisten Gleichaltrigen manchmal lieber am Handy wären oder Roblox spielen würden.

    „Wir wollen, dass sie unsere Arbeit sehen und mitmachen, damit sie verstehen, woher alles kommt. Ich selbst habe die Feldarbeit eigentlich gehasst. Sie war hart, vor allem bei Hitze. Aber ich habe die Ergebnisse gesehen: von der harten Arbeit in den Rebanlagen über den Verkauf der Trauben bis hin zum Essen auf dem Tisch, das wir mit dem verdienten Geld bezahlen konnten. Es war ein echtes Gefühl von Erfüllung und Glück, wenn die Trauben verkauft waren und wir die Mittel hatten, weiterzuentwickeln und aufzubauen. Ich habe den gesamten Prozess miterlebt, und es gibt einem einen gewissen Adrenalinschub, wenn man sieht, dass sich die eigene Arbeit lohnt – ob bei Hitze oder Regen.“

    „Wenn wir nicht lernen, Wasser und Boden effizient zu nutzen, steht unsere Landwirtschaft auf dem Spiel“

    Wenn es ein Thema gibt, das aus Vlads Sicht die Zukunft der Landwirtschaft in Moldova prägen wird, dann ist es das Wasser – und damit unweigerlich auch die Bodengesundheit.

    Die moderne Landwirtschaft wird immer stärker von Bewässerung abhängig, während der Klimawandel einen verlässlichen Zugang zu Wasser noch wichtiger macht. Zugleich kann Bewässerungswasser hohe Konzentrationen an Salzen oder Natrium enthalten. Wird es ohne entsprechende Analysen und Gegenmaßnahmen verwendet, kann es den Boden nach und nach schädigen, noch bevor die Folgen sichtbar werden.

    Ebenso wichtig ist die Möglichkeit, Wasser zu speichern. In Moldova gibt es durchaus Zeiten mit reichlich Niederschlag. Doch ohne die nötige Infrastruktur, um dieses Wasser aufzufangen und zu speichern, fehlt es womöglich genau dann, wenn es am dringendsten gebraucht wird.

    Bei Frudova gilt das im Frühjahr verfügbare Wasser als Ressource, die für den Sommer bewahrt werden muss. Das Unternehmen arbeitet deshalb an einem Speichersystem, mit dem Wasser in den niederschlagsreicheren Monaten gesammelt und in Trockenperioden genutzt werden kann.

    Zugleich ist Vlad der Ansicht, dass die Bepflanzung neuer Flächen begrenzt werden sollte. Stattdessen müsse man untersuchen und verstehen, wie effizient sich die vorhandenen Flächen nutzen lassen, wie viel Wasser dafür benötigt wird und wie sich dessen Qualität verbessern lässt, wenn sie nicht ausreicht.

    „Ich hoffe, wir machen unsere Hausaufgaben rechtzeitig, statt uns wie Schüler zu verhalten, die erst 15 Minuten vor Unterrichtsbeginn damit anfangen. So weit sich die Technik auch entwickelt: Sie kann mangelnden Respekt vor den natürlichen Ressourcen oder eine fehlende Strategie zum Schutz von Wasser und Boden nicht unbegrenzt ausgleichen.“

    „In den Rebanlagen ging jedem technischen Fortschritt ein Tritt in den Hintern voraus“

    Vlads Begeisterung für Technik reicht bis in seine Schulzeit zurück. Damals bekam er die Schlüssel zum Computerraum und verbrachte Stunden mit Netzwerkspielen, experimentierte aber auch mit dem Bau einfacher Websites.

    „Damals habe ich verstanden, was ein Computer leisten kann. Seitdem ist mein ganzes Leben mit der Wissenschaft verbunden. Ein Unternehmen kann, genau wie ein Mensch, schneller wachsen, wenn es gegenüber anderen einen technologischen Vorsprung hat.“

    Viele der Technologien, die heute bei Frudova zum Einsatz kommen, wurden nach schmerzhaften Erfahrungen eingeführt. In der Landwirtschaft müsse man manchmal erst etwas verlieren, bevor man verstehe, was sich ändern müsse, sagt Vlad.

    Vor einigen Jahren beschädigte ein Mottenbefall die bereits zu etwa 90 Prozent reifen Trauben und vernichtete die Ernte. Daraufhin führte das Team Kameras und Systeme zur Schädlingsüberwachung ein, um Probleme früher zu erkennen und weniger Insektizide einzusetzen. Wo immer möglich, setzt es stattdessen auf Fallen und Pheromone.

    Für Vlad bedeutet Technik mehr als Effizienz. Es geht auch um die Verantwortung für das, was bei den Verbrauchern auf den Tisch kommt. Er möchte, dass die Trauben von Frudova so unbedenklich sind, dass er sie seinen eigenen Kindern geben kann. Deshalb arbeitet das Unternehmen mit einem Hersteller von Pheromonen und Fallen zusammen, mit dem Ziel, in der Saison 2026 vollständig auf Insektizide zu verzichten.

    „Ich möchte kein Produkt verkaufen, für das ich mich schämen müsste oder bei dem ich Angst hätte, es selbst zu essen oder meinen Kindern zu geben.“

    Ein weiterer schmerzhafter Verlust wurde durch heftige Regenfälle verursacht. In einem Jahr mussten rund 30 bis 40 Prozent der Ernte entsorgt werden. Diese Erfahrung zeigte, dass Regenschutz kein Luxus mehr war, sondern eine Notwendigkeit. So kam es, dass in den Rebanlagen Schutzfoliensysteme eingeführt wurden.

    Frost und abrupte Temperaturschwankungen lehrten die Erzeuger, dass auch der Schutz vor extremen Temperaturen ein fester Bestandteil des Systems werden musste. In einem schwierigen Jahr brachte dieselbe Rebfläche, die etwa 35 Tonnen pro Hektar liefern konnte, nur zehn Tonnen hervor.

    Frudova begann daher, Infrarot-Schutztechnologien, Pergolasysteme nach italienischem Vorbild und automatisierte Verpackungslinien aus den Niederlanden zu erproben. Sie alle dienten einem klaren Zweck: höhere Erträge effizienter und mit geringeren Risiken zu erzielen.

    Doch selbst Technik kann in der Landwirtschaft nicht alle Unwägbarkeiten beseitigen. Ein einziger Tag mit extremen Temperaturen kann das Ergebnis einer ganzen Saison verändern, denn die Natur hat noch niemand vollständig gebändigt.

    „Wenn wir hier in den Rebanlagen zum Beispiel 42 Grad in der Sonne haben und nicht ausreichend Nährstoffe und Wasser bereitstellen, kann sich der Prozess umkehren: Die Pflanze beginnt, den Trauben wieder Wasser zu entziehen, sodass sie schrumpfen. Dann möchte man natürlich manchmal aufgeben, weil ständig etwas Unvorhersehbares passiert. Aber wir betreiben mehr als Landwirtschaft: Jede Traube ist wie ein Kind. Man kümmert sich um jede einzelne, verzeiht, was geschieht, und liebt sie weiter. Und wir versuchen, die Unwägbarkeiten so weit zu verringern, wie es die Wissenschaft ermöglicht: durch Bodenanalysen und die Kontrolle der Bodenstruktur, der Temperatur und der Luftfeuchtigkeit in den Rebanlagen. Dabei vergessen wir aber nie, dass die Natur die Natur ist und das Leben das Leben.“

    Partnerschaft mit der Wissenschaft für vielseitigere Sorten

    „Wir wollen neue Sorten entwickeln, denn mir ist klar, dass es heute keinen Sinn mehr hat, Sorten mit Kernen anzupflanzen“, sagt Vlad Vedrașco. Gemeinsam mit dem Nationalen Institut für angewandte Forschung in Landwirtschaft und Veterinärmedizin erprobt er kernlose Traubensorten.

    „Wir haben dieses Jahr mit der Arbeit begonnen, die ersten Kreuzungen sind gemacht, gerade werden Embryonen entnommen, und bald werden wir die ersten Nachkommen haben … Noch dieses Jahr wollen wir erste greifbare Ergebnisse erzielen, etwas Sichtbares, auf dem wir anschließend aufbauen können“, erklärt Vlad.

    Kernlose Traubensorten gehören zu den vorherrschenden Trends auf dem europäischen Markt, da Verbraucher sie bevorzugen.

    „In Moldova gibt es noch Menschen, die in der Wissenschaft tätig sind. Sie sind zwar schon in einem sehr fortgeschrittenen Alter, aber wir müssen versuchen, das zu nutzen, was wir haben, und den Jüngeren helfen, sich zu entwickeln und von ihnen zu lernen“, sagt der Landwirt.

    „100 Landwirte in einem Cluster zusammenzubringen, ist eine Rolle für Tom Cruise“

    Frudova entstand als Genossenschaft beziehungsweise Wirtschaftscluster aus einem einfachen Bedürfnis heraus: Traubenerzeuger sollten zusammenarbeiten und Märkte erreichen können, die ihnen allein viel schwerer zugänglich gewesen wären. Die Mitglieder bauen die Trauben an, während die Genossenschaft die Bündelung der Erntemengen, die Sortierung, den Verkauf und den Export übernimmt. So wird aus der Produktion mehrerer Unternehmer ein gemeinsames Angebot.

    Heute vereint der Cluster rund 15 kleine Erzeuger. In den nächsten zwei bis drei Jahren soll die Zahl der Mitglieder auf mindestens 100 steigen.

    Seit 2026 gehört Frudova zudem zu den 21 Wirtschaftsclustern, die von UNDP und seinen Partnern unterstützt werden. Zur Umsetzung seiner festgelegten strategischen Ziele erhält der Cluster nicht rückzahlbare Zuschüsse in Höhe von mindestens 200.000 US-Dollar. Darüber hinaus erhält er fachliche Unterstützung, um den Export zu fördern und ausländische Märkte zu erschließen.

    Den Film ansehen

    Die Logik hinter der Clusterbildung im Traubensektor ist einfach: Der moderne Export funktioniert nicht mehr nach dem Muster, dass ein Erzeuger ein paar Dutzend Tonnen erntet und darauf wartet, dass ein Händler vorbeikommt und sie kauft. Ein großer Einzelhändler verlangt gleichbleibende Qualität, dieselbe Größenklasse, denselben Zuckergehalt, dieselbe Verpackung und gleichbleibend große Mengen – kontinuierlich geliefert. Damit das möglich ist, müssen die Erzeuger im Cluster nach einheitlichen Verfahren arbeiten: bei der Behandlung der Reben, der Bewässerung, der Größensortierung, der Lagerung, der Verpackung und so weiter.

    Häufig besteht die Herausforderung auch darin, ein Umdenken bei den Erzeugern anzustoßen, indem man ihnen greifbare Ergebnisse zeigt: tatsächliche Exporte, Produkte in den Regalen im Ausland und konkrete Zahlen, die belegen, was sie gemeinsam erreichen können – über das hinaus, was ihnen allein möglich wäre. Genau diese Aufgabe übernimmt der Frudova-Cluster: aus mehreren kleinen Erzeugern einen einzigen wettbewerbsfähigen Akteur auf dem internationalen Markt für Tafeltrauben zu machen.

    „Um 100 Traubenerzeuger zusammenzubringen, müsste ich auch Tom Cruise hierher einladen und einen Film namens ‚Mission Impossible‘ drehen.

    Und doch glaube ich, dass es uns gelingen wird, gemeinsame Modelle zu entwickeln, die allen langfristig höhere Einnahmen und mehr Erfolg bringen. Das wiegt immer schwerer als persönliche Eitelkeiten, der Wunsch, recht zu behalten, oder der Weg eines Einzelkämpfers, der seinen Hof so führt, wie es schon seine Vorfahren getan haben.“

    „Wir können ohne die Rebe nicht leben, und sie nicht ohne uns“

    Mit der Zeit ist das Team über die Familie hinausgewachsen. Menschen, die sich um Produktion, Export, Verpackung und Feldarbeit kümmern, sind hinzugekommen. Die Beziehungen zu ihnen sind Teil der Unternehmenskultur geworden.

    Auf die Frage nach seinem Privatleben und seiner Freizeit lächelt Vlad und sagt, die Arbeit werde zu einer Erweiterung des Lebens. Jeder berufliche Erfolg berühre ihn emotional genauso wie eine Leistung eines Familienmitglieds.

    Technik kann Abläufe automatisieren, Systeme lassen sich ausbauen, doch das Endergebnis hängt von den Menschen ab, die das Unternehmen Tag für Tag aufbauen.

    „Wenn dein Kind in die erste Klasse kommt und du stolz auf es bist … Genauso stolz bin ich, wenn eine Lieferung Trauben in den Regalen einer Einzelhandelskette in Deutschland landet und ich ein Foto davon bekomme. Wenn ich sehe, was wir erreicht haben, ist das ein richtiger Dopaminschub, und ich bin unglaublich zufrieden … Ich habe das Glück, dass meine Familie den Kern des Frudova-Teams bildet. Und wir haben auch das Glück, all die anderen Menschen an unserer Seite zu haben, die uns helfen. Menschen sind der Schlüssel zu allem, was man tut.“

    „Wenn wir das Ergebnis sehen, sind wir alle gerührt. Für uns ist die Rebe ein Familienmitglied. Wir können ohne sie nicht leben, und sie nicht ohne uns“, sagt Vlads Mutter Maria Vedrașco.

    Deutsche Übersetzung der englischen Originalfassung.

    Ursprünglich veröffentlicht von UNDP Moldau

    Diese Reportage wurde vom Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen in Moldau geschrieben und fotografiert. Wir veröffentlichen sie hier mit Dank und verweisen auf das Original.

    Original bei UNDP Moldau lesen →

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